Hat eine Kastration Einfluss auf agressives Verhalten von Hunden?

Die Kastration eines Hundes kann aus verschiedenen Gründen vorgenommen werden:

  • um einer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen,
  • um bestimmten Krankheiten vorzubeugen oder
  • weil sie die einzige Lösung zur Heilung des Tieres ist.

Manchmal lassen Besitzer ihre Vierbeiner auch kastrieren, da sie sich dadurch eine Verbesserung des aggressiven Verhaltens bei ihrem Tier erhoffen.

Hier haben wie Informationen darüber zusammen getragen, welche Vor- und Nachteile eine Kastration bei Hunden mit aggressivem Verhalten hat und welche Alternativen sich zu einer herkömmlichen Kastration ergeben.

Sterilisation des Hundes: positive Auswirkungen auf das Verhalten

Beim Rüden mit aggressivem Verhalten kann die Kastration Vorteile haben, da man davon ausgeht, dass die Kastration die sexuelle Erregung des Tieres hemmt. Infolgedessen ändert der kastrierte Hund sein Verhalten. Erfahrungen deuten darauf hin, dass eine Kastration des Hundes in einem jungen Alter (zwischen 6 Monate und 1 Jahr) seine sexuelle Raserei reduziert. Aber gilt das auch für das aggressive Verhalten eines Hundes? Auch hier teilen sich die Meinungen. Viele Herrchen bemerken kurz nach dem Eingriff, dass der Hund

  • nicht mehr wegläuft
  • die Urinmarkierung reduziert
  • keine läufigen Hündinnen mehr erobert
  • seltener mit seinen Mitmenschen kämpft

Nach der Kastration ändern viele Hunde ihr Verhalten. So neigen vor allem Streuner nicht mehr dazu, in der Gegend selbstständig spazieren zu gehen.

Vorsicht bei der Kastration aufgrund Aggressivität

Vorsicht! Die Kastration ist niemals eine Wunderlösung, um die Aggressivität eines Hundes zu behandeln. Verhaltensstörungen können auch aus einem Problem in der Erziehung des Tieres oder aus einer hierarchischen Positionierung innerhalb des Haushalts resultieren. Deshalb müsst Ihr, bevor Ihr irgendwelche Schritte unternehmt, unbedingt mit Eurem Tierarzt darüber sprechen. Nur er wird in der Lage sein, die Nützlichkeit der Kastration zu beurteilen.

Die Entwicklung von aggressivem Verhalten bei Hunden ist nämlich multikausal, das heißt, dass es oftmals nicht den Grund für aggressives Verhalten bei einem Vierbeiner gibt. Wenn das eigene Tier jedoch eine erhöhte Aggressivität gegenüber anderen Rüden zeigt, dagegen mit Hündinnen aber sehr gut auskommt, kann die Kastration zu einer Verhaltensänderung führen. Des Weiteren kann eine Kastration in Erwägung gezogen werden, wenn das Tier noch nicht sterilisiert und nicht geschlechtsreif ist.

Aber: Wollt Ihr den Hund aufgrund seines aggressiven Verhaltens sterilisieren, sollten Ihr diese Entscheidung nochmals gründlich überlegen. Eine Studie, die kürzlich durchgeführt wurde, hat das aggressive Verhalten von mehr als 13.000 Hunden auf der Grundlage des C-BarQ untersucht, die einerseits kastriert und andererseits intakt waren und die Ergebnisse miteinander verglichen. Das aggressive Verhalten wurde nur bei bekannten Menschen und Hunden berücksichtigt.

Die Ergebnisse haben ergeben, dass es keine Verbindung zwischen Kastration und dem Aggressionsverhalten der Hunde gab.

Im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund aggressiv gegenüber Fremden reagiert, war bei kastrierten Vierbeinern um 26 Prozent erhöht!

Welche Nachteile hat eine Kastration bei einem Hund?

Problem Übergewicht

Ein kastrierter Hund ist häufiger ruhiger als ein nicht kastrierter Rüde. Aber er neigt auch dazu, träge zu werden. Deshalb ist es wichtig, dass sein Herrchen in seinen wöchentlichen, ja sogar täglichen Zeitplan Sporteinlagen aufnimmt, die er mit seinem treuen Begleiter teilen kann. Körperliche Aktivität erhöht den Energieaufwand des Vierbeiners. In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung ist es daher wichtig, dem Hauptnachteil der Kastration bei Hunden, nämlich der Gewichtszunahme, entgegenzuwirken.

Das erhöhte Risiko der Übergewichtigkeit lässt sich durch die häufig träge Lebensweise erklären, aber auch durch den erhöhten Appetit des Tieres, der durch die Sterilisation entstehen kann. Neben der Sicherstellung, dass das Tier ausreichend aktiv ist, ist es ebenso wichtig, seine Nahrungsanteile schrittweise zu reduzieren. Dies ist umso wichtiger, als die Gewichtszunahme bei kastrierten Hunden auch auf die durch die Kastration verursachten hormonellen Veränderungen zurückzuführen sein kann.

Ein kurzer Besuch beim Tierarzt ermöglicht es dem Besitzer, alle Ratschläge zu erhalten, die er benötigt, um sicherzustellen, dass sein Hund nach der Kastration nicht an Gewicht zunimmt. Seltener kann eine Kastration auch dazu führen, dass das Fell eines kastrierten Hundes einen Teil seines natürlichen Glanzes verliert. Aber wenn Sie das Fell mit geeigneten Shampoos pflegen, können Sie es seidenglatt halten und sein Aussehen verbessern.

Kastration bei aggressivem Verhalten: Fazit

Abgesehen von pathologischen Fällen oder gesetzlicher Verpflichtung muss die Kastration des Hundes nach reiflicher Überlegung in Betracht gezogen werden. Die Hodenentfernung ist ein endgültiger Akt. Euer Tier wird daher nie mehr in der Lage sein, Nachkommenschaft zu erzeugen.

Für Besitzer, die sich für eine Sterilisation entschieden haben, aber dennoch wünschen, dass der Hund seine Fruchtbarkeit nicht verliert, ist die reversible Sterilisation eine Option. Die Art der Sterilisation ist, wie der Name schon sagt, nur vorübergehend. Sie ist eine chemische Kastration, die mit Implantaten durchgeführt wird. Eine chemische Kastration kostet etwa 60 bis 90 Euro. Aber auch hier ist eine vorherige Absprache mit Ihrem Tierarzt zu empfehlen.

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