„Dorie“ – Wie eine Darmstädter Hündin gestohlen und wiedergefunden wurde

Ein echtes Horrorszenario für jeden liebenden Hundebesitzer ist der Verlust des eigenen Vierbeiners. Werden Halter und Hund nicht durch Unfall oder Krankheit sondern durch Diebstahl voneinander getrennt, folgt eine Zeit des unsicheren Bangens. Das durchmachen musste ein Paar aus Darmstadt in Südhessen, dessen Hündin „Dorie“ im September von einem Unbekannten gestohlen worden war. Im Rahmen einer großangelegten Suchaktion, die auch über das Internet von Tausenden verfolgt wurde, versuchte das Paar, die Hündin zurückzubekommen. Und tatsächlich: Sieben Wochen nach ihrem Verschwinden konnte Dorie in ihr heimisches Körbchen zurückkehren.

Diebstahl und verzweifelte Suche

dorie-flyerAlles begann, als ihr Frauchen die sechsjährige Australien Shepherd Hündin „Dorie“ am 28. September 2016 vor einem Supermarkt in Darmstadt angeleint warten ließen. Die Hündin galt als liebenswürdiges und allseits geschätztes Tier mit tollem Wesen. Auf ihr hübsches Äußeres wurde an diesem Tag vermutlich auch ein Krimineller aufmerksam, löste die Leine und nahm die Hündin mit. Nach dem Einkauf dann der Schock: Dorie war weg!

Als auch nach einer ersten Suche nichts darauf hinwies, dass Dorie noch in der Nähe sein könnte, weiteten ihre Besitzer die Aktion aus. Sie schalteten eine eigene Homepage, setzten sich mit Zeitungen und Radiosendern in Verbindung und nutzten soziale Medien, um möglichst viele Menschen auf das Verschwinden ihrer Hündin aufmerksam zu machen. Deutschlandweit unterwegs wurden knapp 10.000 Flyer verteilt und aufgehängt! Die Hilfe von Freunden und Bekannten war grandios! Die skurrilen Tatsache, dass einen Tag nach Dories Verschwinden der Film „Findet Dories“ in den Kinos anlief und so viel Aufmerksamkeit stiftete, half dem unglücklichen Paar zu noch mehr Aufmerksamkeit. Die professionelle Hilfe durch die sehr bemühte k9-Suchhundestaffel (hierzu auch nochmal ein herzlichen Dank) verlief leider ohne Ergebnis.   Sogar ein eigenes Video mit Fotos der Hündin stellten ihre Besitzer ins Internet. Mit einer versprochenen Belohnung in Höhe von 1.000 Euro erhoffte sich das Paar die Rückkehr ihres Vierbeiners. Doch Dorie blieb verschwunden.

Inzwischen häuften sich die Anfragen und Zeugenaussagen. Nach den vielen Hinweisen folgte eine systematische Durchsuchung aller Bahnhöfe in der näheren und weiteren Umgebung. Bis nach Köln fuhr das Paar in der Hoffnung auf den Fund der Hündin. Der komplette Jahresurlaub, den ihre Besitzer zu diesem Zeitpunkt noch übrig hatten, investierten sie in die Suche nach Dorie. Doch wochenlang sollte sich an der Situation nichts ändern. Dories Körbchen blieb leer.

Eine glückliche Fügung

Rund sieben Wochen dauerte es, bis ein Supermarktbesitzer aus Homberg/Ohm auf eine Hündin vor seinem Markt aufmerksam wurde, die dort sage uns schreibe 6 Stunden ausharrte. Er kontaktierte eine Tierschützerin, die sich umgehend auf den Weg machte und sich um den Hund kümmerte. Wie sich herausstellte, sollte der Vierbeiner einer Frau gehören, die auf einem Campingplatz in der Nähe wohnte. Die Dame behauptete, der Name der Hündin sei „Rübe“ und sie gehöre ihr. Die Tierschützerin musste ihr die Hündin aushändigen.

Als das Tier kurz darauf erneut bei besagtem Supermarkt auftauchte, wurden Zweifel an der Geschichte der Frau laut. Diese beichtete, dass ihr Freund harsch und gewalttätig mit der Hündin umgegangen sei und vermutete, dass diese deswegen wieder entlaufen war. Für die erneut hinzugerufenen Tierschützer war das Grund genug, der Dame die Hündin wegzunehmen. Auch das zuständige Ordnungsamt war einverstanden mit diesem Vorgehen.

Im weiteren Verlauf folgten einige Recherchen und die Vermutung, dass es sich bei der Hündin um die gesuchte Dorie handeln könnte. Für Gewissheit sorgte dann das Auslesen des implantierten Chips. Sofort benachrichtigen die Tierschützer Dories Besitzer, die sofort nach Homberg/Ohm fuhren, um ihre Hündin in die Arme zu schließen.

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Die Heimkehr

Dories Besitzer konnten es sicherlich selbst kaum glauben, dass ihre Suchaktion von Erfolg gekrönt sein sollte. Nachdem sie Dorie wieder nach Hause dorie2geholt hatten, durfte diese zunächst in aller Ruhe baden und sich erholen. Den ersten gemeinsamen Spaziergang und ausgiebige Kuschel- und Spielstunden mit der heimgekehrten Hundedame genoss das Paar mit Sicherheit sehr.

Dennoch bleibt unklar, wie es zum Diebstahl der Hündin kam und was dazu führte, dass diese schließlich in Homberg/Ohm landete. Die Polizei ermittelt weiterhin in diesem Fall und hofft auf neue Erkenntnisse. Dorie selbst scheint die Zeit ihrer Entführung weitestgehend unbeschadet überstanden zu haben. Ihre Besitzer berichten jedoch, dass ihr geschlossene Türen Angst machen und dass sie gelegentlich zittert.

Allen Hundebesitzern zeigt diese unglaubliche Geschichte, dass Hoffnung und Durchhaltevermögen sich auch im Falle eines Hundediebstahles lohnen können. Dories Besitzer können nur beglückwünscht werden, denn nicht immer führt ein solches Geschehen zum Happy End.

Was man gegen Hundediebstahl tun kann – hier lesen

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